Geburt als Trigger nach Gewalterfahrungen

Ich erinnere mich noch ganz genau an sie. Es war das erste Mal, dass eine Hebamme beim Verlassen des Kreißsaals zu mir sagte: "Da ist etwas auffällig. Wir müssen nach ihren Ängsten fragen, sonst wird sie nicht loslassen." Ein paar Minuten später die Klingel. Sie bäumt sich panisch auf, sagt, sie kann das nicht. Sie … Geburt als Trigger nach Gewalterfahrungen weiterlesen

Kleine Geburten – Unsichtbare Trauer.

"Hier ist Ihre Überweisung. Der Eingriff wird in der Regel ambulant durchgeführt. Und seien sie nicht so traurig. Dann klappt es eben beim nächsten Mal." Sie starrt auf den rosafarbenen Zettel. Dort stehen tatsächlich ihr Name, ihre Versicherungsnummer, das heutige Datum und der Überweisungsgrund: "Abort Abrasio bei Missed Abortion". Sie spürt nichts als Leere. Das … Kleine Geburten – Unsichtbare Trauer. weiterlesen

Gerüchteküche: Unfruchtbar durch die Corona-Impfung?

Leute, Leute, Leute. Es brodelt in den Sozialen Medien. Denn es gibt ein neues Gerücht, das sich rasant und mit voller Wucht verbreitet: Die Corona-Impfung soll unfruchtbar machen! Undenkbar, wieviel Verunsicherung damit gestreut wird. Deshalb möchte ich an dieser Stelle über den bisherigen Wissensstand und die Hintergründe dazu aufklären. Schließlich liegt es mir am Herzen, … Gerüchteküche: Unfruchtbar durch die Corona-Impfung? weiterlesen

„Lasst sie gebären.“ – Gedanken einer Hebammenschülerin im Klinkalltag

"10:37 Uhr. CTG kann ab. Bitte mal das Geburtsset." Kurz und prägnant sind die Anweisungen der angespannten Ärztin. Ich tue, was sie sagt. Wut und Fassungslosigkeit verberge ich hinter meinem Mundschutz. Tränen und Schweißperlen rinnen über mein Gesicht. Dann ein kräftiges Schreien, es holt mich aus meiner Trance. "Hauptsache, dem Kind geht es gut." Die … „Lasst sie gebären.“ – Gedanken einer Hebammenschülerin im Klinkalltag weiterlesen

Cytotec: Schuld ist nicht die Tablette.

Cytotec. Eine kleine Tablette, die durch einen Fernsehbeitrag der ARD zum Thema der Woche wurde. Von einem Skandal ist die Rede, denn Cytotec - ursprünglich ein Magenschutzmittel - wird trotz fehlender Zulassung für die Geburtseinleitung genutzt und kann dabei zu ernsten Komplikationen bis hin zum Tod von Mutter oder Kind führen. Auf den ersten Blick lautet die einzig logische Konsequenz: Cytotec muss aus der Geburtsmedizin verschwinden. Warum das nicht die Lösung des Problems ist und welche Fragen wir uns im Rahmen der Diskussion tatsächlich stellen sollten, darum soll es hier gehen. 

Beckenendlage? Natürlich.

Es war die 28. Schwangerschaftswoche, als ich erfahren habe, dass unser Mädchen mit den Füßen unten liegt und sich noch nicht gedreht hat. Mit Hilfe meiner Hebamme habe ich ihr Köpfchen über meinem Bauchnabel fühlen können. Und von da an war mir klar: das wird sich nicht mehr ändern. Ich wusste, dass unser Mädchen mit dem Popo zuerst auf die Welt kommen würde, auch wenn mein Umfeld anderer Meinung war. Und obwohl ich das intuitiv wusste, wollte ich eine natürliche Geburt erleben.

Ich habe die Menschen gesehen.

Pflegeeinsatz. Der rote Block im Ausbildungsplan stand vor mir wie eine unüberwindbare Hürde. Für vier Monate sollte ich Kreißsaal und Wochenbett gegen die Pulmologie und die operative Pflege eintauschen. Statt neuem Leben erwartete mich die Auseinandersetzung mit schwersten Krankheiten und dem Tod. Das würde eine große Herausforderung werden - soviel stand fest. Ich hatte ja keine Ahnung. 

Wer lacht, denkt nicht.

Es gibt da eine kleine Weihnachtstradition, eher so auf emotionaler Ebene. Alles, was ich in den vergangenen Monaten erlebt, gelernt, gefühlt, verloren und gewonnen hab, durchlebe ich am Ende des Jahres im Zeitraffer. Stroposkopartig blitzen Erinnerungen auf, schöne und weniger schöne, Erfahrungen, die mich verändert haben, Worte, die weh tun, Menschen und Momente, die bleiben. In diesen Tagen ist Zeit zum Atmen und Begreifen, zum Wünschen und Teilen. Bisher habe ich meine Gedanken zum Fest in kurzen Weihnachtsansprachen für die Familie festgehalten. Heute versuche ich es hier.