„Lasst sie gebären.“ – Gedanken einer Hebammenschülerin im Klinkalltag

"10:37 Uhr. CTG kann ab. Bitte mal das Geburtsset." Kurz und prägnant sind die Anweisungen der angespannten Ärztin. Ich tue, was sie sagt. Wut und Fassungslosigkeit verberge ich hinter meinem Mundschutz. Tränen und Schweißperlen rinnen über mein Gesicht. Dann ein kräftiges Schreien, es holt mich aus meiner Trance. "Hauptsache, dem Kind geht es gut." Die … „Lasst sie gebären.“ – Gedanken einer Hebammenschülerin im Klinkalltag weiterlesen

Cytotec: Schuld ist nicht die Tablette.

Cytotec. Eine kleine Tablette, die durch einen Fernsehbeitrag der ARD zum Thema der Woche wurde. Von einem Skandal ist die Rede, denn Cytotec - ursprünglich ein Magenschutzmittel - wird trotz fehlender Zulassung für die Geburtseinleitung genutzt und kann dabei zu ernsten Komplikationen bis hin zum Tod von Mutter oder Kind führen. Auf den ersten Blick lautet die einzig logische Konsequenz: Cytotec muss aus der Geburtsmedizin verschwinden. Warum das nicht die Lösung des Problems ist und welche Fragen wir uns im Rahmen der Diskussion tatsächlich stellen sollten, darum soll es hier gehen. 

Beckenendlage? Natürlich.

Es war die 28. Schwangerschaftswoche, als ich erfahren habe, dass unser Mädchen mit den Füßen unten liegt und sich noch nicht gedreht hat. Mit Hilfe meiner Hebamme habe ich ihr Köpfchen über meinem Bauchnabel fühlen können. Und von da an war mir klar: das wird sich nicht mehr ändern. Ich wusste, dass unser Mädchen mit dem Popo zuerst auf die Welt kommen würde, auch wenn mein Umfeld anderer Meinung war. Und obwohl ich das intuitiv wusste, wollte ich eine natürliche Geburt erleben.

Ich habe die Menschen gesehen.

Pflegeeinsatz. Der rote Block im Ausbildungsplan stand vor mir wie eine unüberwindbare Hürde. Für vier Monate sollte ich Kreißsaal und Wochenbett gegen die Pulmologie und die operative Pflege eintauschen. Statt neuem Leben erwartete mich die Auseinandersetzung mit schwersten Krankheiten und dem Tod. Das würde eine große Herausforderung werden - soviel stand fest. Ich hatte ja keine Ahnung. 

Wer lacht, denkt nicht.

Es gibt da eine kleine Weihnachtstradition, eher so auf emotionaler Ebene. Alles, was ich in den vergangenen Monaten erlebt, gelernt, gefühlt, verloren und gewonnen hab, durchlebe ich am Ende des Jahres im Zeitraffer. Stroposkopartig blitzen Erinnerungen auf, schöne und weniger schöne, Erfahrungen, die mich verändert haben, Worte, die weh tun, Menschen und Momente, die bleiben. In diesen Tagen ist Zeit zum Atmen und Begreifen, zum Wünschen und Teilen. Bisher habe ich meine Gedanken zum Fest in kurzen Weihnachtsansprachen für die Familie festgehalten. Heute versuche ich es hier.

Herz- und Beinbruch.

Genau heute vor einer Woche - an einem stinknormalen Sonntag um 07:30 Uhr - ist es passiert. In einem Moment ist da noch Alltag und schon mit dem nächsten Augenzwinkern kann sich alles ändern. Und zwar so, dass du dir schleunigst das gewohnte Leben mit seinen typischen Macken zurück wünschst. Das ist mir schmerzlich bewusst … Herz- und Beinbruch. weiterlesen

Gelandet.

Normalerweise gibt es solche Aussichten nur im Urlaub, jetzt aber ist das unser Zuhause - eine Erkenntnis, die noch etwas braucht, um wirklich im Kopf anzukommen. Das Herz immerhin, hüpft seit unserer Ankunft im Westerwald regelmäßig vor Freude auf und ab. Und das liegt nicht nur daran, dass wir hier gerade unseren Traum vom Leben auf dem Land verwirklichen, sondern vor allem an den Menschen.